Mittwoch, 19. Februar 2014

Cage the Elephant

Idylische Wärme umstrich heute die kahlen Äste minnesotischer Bäume und die Nasen der nordamerikanischen Bevölkerung.
Man könnte diese lauen Grade direkt mit dem Beginnen des Frühlings verwechseln. Könnte sich glatt trügen lassen.
Riecht man einmal den Duft der Wärme, den der Wind leise über den Schnee trägt, beginnt man in Gedanken die Kosten einer komplett-Zeltausrüstung zu überschlagen.
Auf der anderen Seite sind wir - insbesondere ich - mit dieser Situation nun imens überfordert.
Was tun? Wie sich anziehen? Drinnen bleiben? Raus gehen? Sich vor der Veränderung verstecken und einfach so tun als würde alles das Gleiche bleiben? Sich vielleicht ernsthaftere Gedanken zum Thema Erderwärmung machen? Wirklich ein Zelt kaufen?
Wie viel Schnee braucht der Mensch zum überleben?
Ich meine, man darf sich auch nicht an derartige Zustände gewöhnen, denn es könnte ja sein dass wir Morgen wieder die -50° streifen.
Also die Veränderung einfach ignorieren und übergehen?
Die andere Variante wäre : 
Was wenn es jetzt stetig wärmer wird und von den aktuellen 43°F dann zu 76°F und zu 99°F und zu 129°F springt?
Der Schnee würde schmelzen und der Boden wäre nicht in der Lage diese Massen von Wasser zu absorbieren und der Mississippi würde anschwellen und uns alle mit einer gewaltigen Flutladung wegschwemmen. Da würden wir dann dahin schwimmen, neben Trucks und Rehherden, und könnten mit den Fröschen ihr Geheimnis teilen.
Ist es normal, dass wir mitte Februar über dem Gefrierpunkt sind?
Meine Gasteltern sagen ja, aber anders gesehen - was wissen die schon?
Und kann ich auf ihre Ehrlichkeit vertrauen? Was wenn sie mich anlügen und parallel schon ihren Koffer packen um an die Antarktis zu ziehen, in der Hoffnung das wenigstens dort das Wetter stetig bleibt und man auf die Konstantheit des Schnees vertrauen kann.
All diese Sorgen bringt der heutige, viel zu schöne Tag mit sich.
Die Frühlingsgefühle die einem die plötzlich aufgetauchten Vögel ins Ohr singen, bringen mein eingeeistes Herz in jeder Hinsicht aus seinem taktischen Rhytmus. An Ruhe und Genuss ist in diesem Ausnahmezustand ohne Frage nicht zu denken. Sollte ich heute Nacht vielleicht im Kühlschrank schlafen, um meinen bereits an die tief liegenden Temperaturen angepassten Körper nicht zu überlasten? 
Doch ich glaube, trotz dieser Umständlichkeiten und all den scheinbar unlösbaren Problemen die uns gerade zugemutet werden, wünschen wir uns alle still und heimlich - oder auch einfach ganz unverstohlen  und gerade heraus - das dies tatsächlich der Anfang eines wunderschönen und langen Frühlings ist, auf den ein noch viel wunderschönerer Sommer folgt. Auf den dann zwar ein Herbst, jedoch kein Winter mehr folgt. Nie mehr.
Nur niemand traut es sich auszusprechen, da solch zarte Träume, die diesen Morgen wie von Gott angehauchte Knospen erblühten, laut ausgesprochen, brutalst zerstört werden würden. Von boshaften Amerikaners die ihre Träume irgendwann, ein paar Winter zurück, aufgaben.
Denn natürlich ist diese Lieblichkeit nur eine Maske die der hämische Winter ab und zu überstreift, um sich selbst bei Laune zu halten und sich an unserer naiven Hoffnung zu erheitern.

Sonntag, 16. Februar 2014


Mach mir übrigens langsam Sorgen. Wohin mit dem ganzen Wasser wenn es wärmer wird?